Peregrinatio propter christo: Aufbrüche nicht Ausbrüche

Ein kurzer Auszug aus dem Buch: Vom Wandern und Wundern, S. 185

Den iroschottischen Mönchen gelang durch ihre kirchliche
Hebammenkunst ungefähr um 600 n. Chr., was der römischen Kirche
in den Jahrhunderten zuvor unter den Kelten nicht gelungen
war. Sie erreichten das gewöhnliche Volk. Das Christentum
wurde etwas für alle. Die Menschen konnten sich damit identifizieren,
weil sie die Symbole verstanden, weil man ihre Sprache
redete, weil eine Auseinandersetzung mit deren Kultur
stattfand. Etwas ist dabei entscheidend: Das iroschottische
Mönchtum hat sich nicht ausgebreitet, weil die Mönche gepredigt
haben. Es hat sich durchgesetzt, obwohl gepredigt wurde.
Die Hauptaufgabe aber bestand darin, mit den Menschen zusammenzuleben
und durch den praktizierten Glauben die Botschaft
Jesu Christi fassbar und erlebbar zu machen. Das Evangelium
wurde damals und wird heute durch Menschen
lebendig. Menschen, die in ihrer Zeit und ihrer Kultur verwurzelt
sind und deren Glaube natürlicher Bestandteil ihres Lebens
ist. Dies ist in der stabilitas loci der Kirche in begrenztem
Masse nach wie vor gegeben und hat seine Berechtigung und
Würde. Doch zusätzlich dazu kann die Kirche von den iroschottischen
Pilgern und den modernen W@ndernden u. a. folgendes
lernen : „Peregrinatio propter christo“: auswandern um
Christi Willen. Aus der Komfortzone herausgehen und aufbrechen.
Nicht belehren, sondern leben. Annehmen. Begleiten.

2 Gedanken zu „Peregrinatio propter christo: Aufbrüche nicht Ausbrüche

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