Bern: Meine Stadt

Philipp Kohli

“Da ist die Schatzkiste!”, jubelte meine Tochter. Wir haben zusammen einen Detektiv-Trail durch die Stadt Bern gemacht. Das ist ein touristisches Angebot, bei dem man mit Hilfe einer Schatzkarte verschiedene Rätsel zu lösen hat. Meine Tochter und ich haben Jahrzahlen an Gebäuden gesucht, Treppenstufen gezählt und herausgefunden, dass beim Bärenpark zwar Kletterbäume und Rettungsringe zu finden sind, aber keine einzige Berner Fahne. Am Ziel des ungefähr vier Kilometer langen Stadtrundgangs erwartete uns in einer Confiserie eine Schatzkiste mit einer süssen Belohnung.

Photo: Philipp Kohli

Auf unserem Stadtrundgang erlebten wir drei Merkmale einer Stadt: Grösse, Dichte und Vielfalt.

Grösse:

Meine Tochter hatte am Ziel müde Beine. Auch für mich war dieser Rundgang anstrengend: Ja, die Grösse der Stadt zeigt sich auch am verschwitzten T-Shirt.

Dichte:

Manchmal wollte sich meine 4-jährige Tochter an meiner Hand festhalten oder sogar auf den Schultern getragen werden. Verständlich, wenn wir uns in die Perspektive eines 110 cm grossen Kindes versetzen. Wir stehen am Zytgloggeturm zwischen japanischen Touristen: Der 12er Trolleybus rauscht neben uns vorbei, zwei Polizisten machen Patrouille, ein Hund bellt und von ferne ist das Signalhorn einer Ambulanz zu hören. 

Vielfalt:

Die Berner Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe: Es ist ein Touristenmagnet. In indischen Reisegruppen sind einige Personen in traditioneller Kleidung unterwegs. Bei Touristen aus dem arabischen Raum sind die Frauen teilweise oder ganz verschleiert. Als wir auf unserem Detektiv-Trail im Bistro der Berner Jugendherberge ein Getränk bestellten, meinte ich dem Kellner anzumerken, dass er ganz gerne mal Leute in Berndeutsch bewirtet und für einmal nicht Englisch sprechen muss. Was uns auf unserem Spaziergang weniger stark auffiel, ist die Struktur der wohnhaften Bevölkerung mit einem Ausländeranteil von 24%. Immigranten und Immigrantinnen arbeiten in ganz verschiedenen Branchen und teilweise auch als speziell angeworbene Fachkräfte zum Beispiel in der Informatik oder dem medizinischen Bereich.

Und was haben wir während unserem Detektiv-Trail Abenteuer gegessen? Ein italienisches Gelato, amerikanische Donuts, Kartoffelchips und Basler Läckerlis. Auch im kulinarischen Angebot spiegelt sich die städtische Vielfalt.

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