Die Stadt und ich

Laura Klingenberg

Die Stadt und ich – ein grosses Thema mit verschiedensten Facetten. Ich konzentriere mich in diesem Blog daher bewusst auf eine davon: Die Beschreibung der Stadt als pulsierender, dichter, heterogener Ort. Ein Ort, diverser wirtschaftlicher und kultureller Möglichkeiten. Ein Ort, an dem sich viele Menschen bewegen und dadurch gleichzeitig auch Anonymität herrscht. So oder ähnlich wird das Phänomen „Stadt“ im Text von Ronan Paddison „Identifying the City“ unter anderem beschrieben. Die Beschreibung klingt für mich stimmig, sowohl wenn ich mich erinnere, wie ich „Stadt“ als Kind wahrgenommen habe, als auch, wie sich „Stadt“ für mich in den letzten 10 Jahren anfühlte.

Aufgewachsen in ländlichem Gebiet, war Stadt für mich als Kind der Ort, an dem man ins Kino und in den McDonalds gehen und coole Hosen kaufen konnte. Es war der Ort, an dem es grosse Bahnhöfe gab, in denen man sich verlief und ein Ort, an dem mein Papa mit mir ins Museum ging. Einen näheren Bezug hatte ich nicht.

Als junge Erwachsene änderte sich dies. Stadt wurde zu einem freiheitlichen Ort. Ein Ort, an dem ich mich – gerade durch ihre Anonymität – unbeobachtet fühlte und mich, ausprobieren, „austoben“ und neu erfinden konnte. Ein Ort, an dem verschiedene Lebensmuster mir plötzlich möglich erschienen und an dem man sich mit verschiedensten Menschen vernetzen konnte. Die Anonymität der Stadt war und ist von mir in dem Sinne also durchaus geschätzt – es war und ist Freiheit. Gleichzeitig barg und birgt diese Anonymität jedoch auch den Aspekt der Einsamkeit in sich. Mir kommen dabei Spaziergänge an der weihnachtlichen Bahnhofstrasse in den Sinn – umgeben von Menschen und doch innerlich einsam.

Um nicht von dieser Anonymität verschluckt zu werden, galt es für mich also, mir im Gewusel der Stadt eine Dorfgemeinschaft und einen Dorfplatz zu suchen. Ein Ort und ein Umfeld, welches die geschätzte städtische Eigenschaft der Freiheit mit Bekanntem und mit Geborgenheit verbindet.

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