Kategorie: Alltägliche Godthoughts

Die Entwicklung des Missionsbegriffes

In der Sendung Sternstunde Religion vom Schweizer Fernsehen haben wir eine lebhafte Diskussion zum Thema Mission geführt. Ein verwaistes Thema über das ausnahmsweise geredet wurde. Jedoch blieb der Fokus stark auf dem Missionsverständnis des 18. und 19. Jahrhunderts. Dabei täte die Kirche gut daran aktuelle Definitionen von Mission in ihr Selbstverständis zu integrieren. Deshalb nebst dem Link zur Sendung noch ein paar weiterführende Gedanken zum Thema Mission.

Vorwiegend im deutschsprachigen Kontext, unabhängig davon ob kirchlich oder nicht, ist Mission bis heute ein Schimpfwort geblieben und wird fälschlicherweise mit Evangelisation gleichgesetzt. Viele Menschen denken bei Mission an Kolonialisierung, Macht, Unterdrückung und Gewalt. Dabei geht es bei diesem Begriff ganz einfach um einen Auftrag. Was in Unternehmen, Medien, Sozialwerken usw. normal ist, nämlich einen Auftrag zu haben, scheint kirchlich gesehen in Deutschland und der Schweiz bis heute nicht legitim zu sein. Die weltweite Diskussion zum Missionsbegriff scheint an uns vorbeigegangen zu sein. Doch Kirche ohne Auftrag irrt m.E. ziellos umher. Über die Entwicklung des Missionsbegriffes gibt es zahlreiche Bücher, deshalb hier nur einen ganz kurzen Überblick über einige wichtige Punkte.

 

Von Missionen zu Mission

Im Dublin Report 1973 wurde festgehalten: «[…] there is but one mission in all the world […] the responsibility for mission in any place belongs primarily to the Church in that place.»
Infolgedessen wurde Mission als persönliche Verantwortung in die Kirchgemeinden
zurückgegeben und konnte nicht mehr an Missionswerke als Übersee-Aufgabe delegiert werden. Ebenfalls zur gleichen Zeit wurde weltweit das Bewusstsein geweckt, dass die Kirche in ihrem Wesen missionarisch ist. Verstärkt wurde dieses missionale Bewusstsein durch den Einfluss einzelner Missionstheologen, wobei Lesslie Newbigin der einflussreichste unter ihnen war. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde es gebräuchlich, die Mission der Kirche in der Missio Dei zu verwurzeln (Moynagh, Church for Every Context, 121).

Missio Dei – Hintergründe

Seit der Weltmissionskonferenz von Willingen 1952 spielt der Begriff Missio Dei im ökumenischen Verständnis von Mission eine zentrale Rolle (Grünschloss, Missio Dei, in: RGG, Bd. 5, 4. Aufl., 2008, 1271 f). Karl Barth gilt als einer der ersten Theologen, welcher 1932 an der Brandenburger Missionskonferenz darauf hinwies, dass Mission eine Aktivität Gottes sei (Vgl. Norman, Classic Texts in Mission and World Christianity, 1995, 104). Geprägt und weiterentwickelt wurde der Begriff vom Missionstheologen Georg F. Vicedom. In seinem Buch Missio Dei (1958), betont Vicedom, dass die Trinität selbst Subjekt der Mission ist. Die Kirche wird dabei nicht als Subjekt der Mission verstanden, sondern wird zur Partizipation in die permanente Mission Gottes eingeladen. Gott selbst ist in diesem Missionsverständnis beides, sendend und ausgesandt. Durch die Verankerung von Mission in der Gotteslehre ist sie nicht mehr eine unter vielen Aufgaben der Kirche, sondern Identität und Wirken Gottes selbst (Dahling-Sander, Leitfaden ökumenische Missionstheologie, 2003, 220–244.). Somit wird Mission zu einem Identitätsmerkmal von Kirche. Mission und somit auch die Kirche wird zum Werkzeug Gottes (Vicedom, Missio Dei, 13.). Dies führt zu einer Entlastung der Kirche, da Gott handelnde Person in der Mission ist und die Kirche darin nur partizipiert. Gerade beim Thema Mission und Missio Dei ist und bleibt David Bosch einflussreich. Nach wie vor ist sein Standardwerk Transforming Mission von 1991 massgebend und wird häufig zitiert. Die Referenz auf Gottes Liebe als Ursprung von Mission ist dabei zentral: «God is a fountain of sending love. This is the deepest source of mission. It is impossible to penetrate deeper still; there is mission because God loves people»(Ebd., 392.)

Dabei ist jedoch der Begriff Mission nicht mit dem Term Evangelisation gleichzusetzen. Evangelisation beschreibt einfach ein Aspekt von Mission, ist aber anderen Aspekten weder vor noch nachgeordnet. Eine gelungene Definition eines breiten und integrativen Missionsverständnisses schlug das Anglican Consultative Council vor. Dabei wird Mission anhand von fünf Kennzeichen definiert.

Fünf Kennzeichen von Mission

The Five Marks of Mission wurden vom Anglican Consultative Council zwischen 1984 und 1990 entwickelt. Die Bischöfe der Lambeth Conference nahmen die Five Marks of Mission 1988 und die General Synod der Church of England nahm sie 1996 an. Diese fünf Kennzeichen wurden für die anglikanische Kirche zentral und dienen mittlerweile weltweit in anglikanischen Gemeinschaften als Massstab für Mission. Die genaue Formulierung lautet wie folgt:
«The Mission of the Church is the mission of Christ:
– To proclaim the Good News of the Kingdom
– To teach, baptise and nurture new believers
– To respond to human need by loving service
– To seek to transform unjust structures of society
– To strive to safeguard the integrity of creation and sustain and renew the
life of the earth»

Anhand dieses breiten Missionsverständnisses wird es auch plausibel, dass Mission weder aus den Gemeinden, der Kirche noch aus dem Leben von Christinnen und Christen ausgeschlossen werden kann. Christlicher Glaube ist nämlich zutiefst mit dem Einsatz für die Nächste / den Nächsten und die Schöpfung verbunden.

 

All-Age-Service Ressources

Creative ideas, ressources and impulses for all age services from the Liverpool Cathedral:
http://oldoakresources.com

Je mehr Kirchen ich untersuche, desto überzeugter bin ich, dass es ein grosser Fehler ist, Kinder aus dem gottesdienstlichen Geschehen hinaus, in ein „Kinderprogramm“ zu schicken. Mehr zu diesen Überlegungen zu einem anderen Zeitpunkt. Hier nun aber ein Link zu einem Ideenpool für All-Age-Services (leider nur auf Englisch).

Feed your Soul

Immer wenn ich als Flaneurin in London unterwegs bin begegne ich unzähligen Angeboten, wie meine hungrige Seele genährt werden kann. Die simpelste und unkomplizierteste Möglichkeit habe ich heute bei Stax gefunden. Etwas misstrauisch näherte ich mich dem Schild „Feed your soul“. „Muss ich da wohl Yoga-Verrenkungen machen, meditieren oder mich intensiv mit mir auseinandersetzen? Was braucht es wohl um meine Seele zu füttern?“ Diese und weitere Gedanken gingen mir durch den Kopf während der wenigen Schritte bis zum Schild. Da angekommen schauten mich die anderen Passantinnen etwas komisch an, als ich laut zu lachen begann. „So einfach ist es also meine Seele zu nähren“, dachte ich. Das Rätsel war geklärt und alles was es braucht war eine Entscheidung von mir. Wow, sogar vegetarische Varianten gibt es bei Stax um meine Seele zu füttern. Die Seele füttern geht bei Stax durch den Magen und kann mit Hamburger, Fries, Grilled Chicken und Sundaes vollzogen werden. Ich als reformierte Theologin kann beruhigt aufatmen und das Bibelwort: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ zitieren. Doch während ich so weiter durch die menschengefüllte Carnaby-Street ziehe lässt mich Stax doch nicht mehr ganz los. Wie kommt ein Restaurant dazu ihr Essen als Nahrung für die Seele zu verkaufen? Warum zieht das? Und egal ob mir das passt oder nicht – es zieht die Menschen an. Wie viel hat die Nahrung für den Körper nun doch mit der Nahrung für die Seele zu tun? Wie viel davon sind bloss vermeintliche Versprechen, die mich nach drei Stunden wieder hungrig zurück lassen?

Vielleicht würde ich besser Bibelstellen zitieren, in denen der Körper als Tempel beschrieben wird, oder mehr auf das hebräische ganzheitliche Verständnis von Körper, Seele und Geist fokussieren? Unabhängig davon, ob es mir passt oder nicht, der Körper ist das einzige Zuhause, das meine oder deine Seele hat. Geht es dem Körper schlecht hat das Einfluss auf die Psyche, geht es der Psyche schlecht, hat das Einfluss auf die Seele.

Der postmoderne Mensch weiss das wohl intuitiv. Er fragt nämlich nicht so sehr danach, was nun wirklich die Wahrheit ist, sondern danach was funktioniert. Was hilft ihr oder ihm das Leben sinnvoll zu gestalten? Welche Erfahrungen sind insofern sinngebend, als dass sie die fragmentierte Identität stärken? Nach diesen Erfahrungen strebt der Mensch heute, mit diesen Erfahrungen assoziiert er auch Spiritualität oder Religion. Und sobald wir von Erfahrungen sprechen, sind wir auch wieder beim Anfang, bei Stax, angelangt. Erleben und erfahren können wir Menschen die Welt nur körperlich. Alle Erfahrungen sind verkörperte Erfahrungen, betreffen uns als Ganzes. Nicht umsonst umschreiben interviewte Menschen in meinem neuen Forschungsprojekt ihre religiöse Erfahrung mit Körpermetaphern. Welche Erfahrung nun aber wirkliche Nahrung für den ganzen Menschen ist und welche einem nach 3 Stunden hungrig zurücklässt, das ist nicht so einfach festzustellen und häufig auch individuell geprägt. Hierin braucht es theologisch gesprochen eine neue Form der Unterscheidung der Geister, eine neue Such- und Entdeckungsbewegung zusammen mit den Menschen. Es braucht Austausch und offene Ohren die zuhören möchten, wenn die eigene Lebensgeschichte narrativ rekonstruiert wird. Es braucht Erfahrungsräume in denen Menschen sinngebende Erfahrungen miteinander und dem Heiligen machen können. Was wäre wenn…

….Exegesefähigkeiten, welche das reale Leben und christliche Tradition relevant in Beziehung bringen, gefördert werden würden?

….Tabus bezüglich der eigenen religiösen Erlebnisse und Auffassungen  langsam aufgebrochen werden?

….Theologische und religiöse Sprachfähigkeit von Laien gefördert werden würde?

Hier sind wir als Theologinnen und Theologen vielleicht ganz neu gefordert und herausgefordert. Wir haben das theoretische Fundament und (hoffentlich) auch die eigene religiöse Erfahrung um den Menschen in diesem Prozess Werkzeuge zu geben und uns als Begleiterinnen und Begleiter auf ihre Erfahrungswelt einzulassen. Nicht im Sinne eines allmächtigen besserwisserischen Gegenübers, sondern als Dialogpartnerin, welche selbst mitten im Entdeckungsprozess steckt, wie sie ihre Seele nähren kann.

Mehr als ganz – Leben als Fragment

Vor zwei Tagen hat mir eine liebe Freundin eine japanische Weisheit geschickt. Sonst bin ich ja nicht so für sentimentale Sprüche zu haben, aber ihr Whatsapp hat mich bewegt (siehe Bild). Seit vielen Jahren verfolgt mich das Bild des Zerbruchs. Bruchstellen und Heil(ung) regen mich zum denken und diskutieren an. Das Leben hat mich (anders als die evangelikale Kirche meiner Jugend) gelernt, dass Heil und Heilung, wenig mit Perfektion und Unversehrtheit zu tun hat. Scherben und existenzielle Zweifel sind Bestandteile des (Glaubens-)Lebens.

Vielleicht kehre ich deshalb alle paar Jahre zu Henning Luthers Praktischer Theologie zurück? (Wer will da noch behaupten wissenschaftliche Praktische Theologie hat nichts mit dem Alltag zu tun 😉 ?)

Vor meinem geistigen Auge werden beim Wort „Scheitern“ viele Situationen lebendig – eigene und fremde.

Im Rückblick auf das letzte Jahr oder gar die letzten Lebensjahre bekomme ich aber das Gefühl, dass eine Fixierung auf das Versagen im eigenen Leben den Blickwinkel enger macht, Lebensenergie nimmt und die Luft zum atmen dünner wird. So frage ich mich was kommt eigentlich danach? Scheitern und dann? Wie geht das Leben weiter? Der Theologieprofessor Henning Luther hat sich dazu, kurz vor seinem frühen Tod nach einem Leben mit vielen Brüchen, intensive Gedanken gemacht. Sein Buch Religion und Alltag, welches postum erschienen ist, spricht davon, dass wir immer Fragmente sind. Er bezeichnet und als Ruinen der Vergangenheit und Fragmente der Zukunft. Unser Leben besteht immer aus angefangen Wegen, die nicht fertig bewandert wurden und Türen, die sich nicht mehr öffnen lassen. Leben ist Zerbruch, manchmal mehr und manchmal weniger, sichtbar und spürbar.

Doch Henning Luther bleibt nicht bei diesem Gedanken stehen, denn wir sind gleichzeitig auch immer Fragmente aus Zukunft. Gleichzeitig! Wir sind Ruinen und Baustellen in einem. Ein unvollendetes Werk – work in progress.

Auch da sind wir unvollendet, im Werden und Entstehen, aber nie ganz. Deshalb ist der  Begriff Fragment so hilfreich. Das Fragment benennt unsere Unvollkommenheit, weist aber gleichzeitig über sie hinaus. Im Fragment ist immer auch die Vorstellung des Ganzen angelegt. Abwesend und doch da. Dieses Zerteilte in uns birgt ein Potenzial. Es ist die heilige Unruhe, die nach Ganzheit, nach Schönem, nach Gott sucht. Vom Fragment geht eine Bewegung aus, es ist nicht Resignation und Stillstand, sondern das Gegenteil, suchen und fragen. Gerade die Spannung zwischen mir als Fragment und der Ganzheit löst den Stillstand auf. Die Anerkennung meines Fragment-Seins, lässt mich aufatmen und fröhlich die Zuwendung Gottes annehmen.

Kontext und Fremdheit

Nach sieben Wochen Forschungs- und Studienzeit in Claremont bewegen mich tausend Fragen – nicht so sehr die Antworten. Zu Beginn war das Campus-Leben in meinem kleinen Apartment gewöhnungsbedürftig. Allerdings kann ich nicht verneinen, dass so ein „monastisches“ Leben in einer kleinen „Kartause“ auch seine Vorteile hat. Es fällt leichter sich auf die Forschung zu konzentrieren und fokussiert zu bleiben. Dafür kommt der Spass, das Spiel und das Kreative etwas zu kurz.

Was jedoch täglich eine neue Überraschung in sich birgt sind die unzähligen vielfältigen Begegnungen mit Menschen. Wie spricht man über Gott, wenn in einem praktisch theologischen Seminar vier verschiedene Religionen vertreten sind? Wie über Gottesdienst? Welche Praxis ist wann angebracht? Welche Sprache sprechen die Anderen, welche ich und wo findet Verständigung wirklich statt? Mehr denn je erlebe ich, wie kontextuell Theologie, Glaubenserfahrung (und die Interpretation davon), Glaubenssätze und „vermeintlich Selbstverständliches“ ist. Weder feministische noch eine andere Theologie wird dem Erleben einer dunkelhäutigen Frau gerecht – so lese ich nun „Womanist Theology“ um mich ein wenig an dieses Erleben anzunähern und  ein bisschen mehr zu verstehen. Auszüge aus der Bhagavad Gita helfen mir meine zierliche indische Banknachbarin kennen zu lernen.

Wenn ich nun aber ehrlich bin ist hier das Andere, das Fremde nur offensichtlicher. Wie oft meine ich in der Schweiz die Lebens- oder Glaubenserfahrung einer anderen Person zu kennen? Wie oft habe ich mich durch das vermeintliche Verständnis anderer unverstanden gefühlt? Und um diesen Gedankengang noch fortzuführen: wie häufig wäre ich gerne aus einer Kirche hinausgelaufen, weil ich als Frau, oder ich als Person mit meiner eigenen Erfahrens-Weise, oder ich als Theologin mit meiner Theologie keinen Platz habe? Aus Anstand bin ich  zu häufig sitzen geblieben – zu selten gegangen. Wenn es aber mir als Pfarrerin so ergeht – wie wird es wohl für all die unzähligen „kirchenfernen“ Menschen sein? Warum sind sie wohl kirchenfern, wenn nicht darum, weil ihr Leben, ihr Erleben und ihre religiösen Erfahrung fern der Kirche auf mehr Raum und Verständnis stossen als in ihr.

Ich hoffe das Fremde hier in Claremont hilft mir die Wahrnehmung für unser Fremdes zu schärfen. Ich hoffe, dass die Erfahrung der eigenen Fremdheit dazu dient Platz für Fremdes in den Kirchen zu schaffen.  Und ich hoffe, dass ich das nächste Mal den Mut habe und nicht sitzen bleibe.

Wie Kunst Spiritualität bewegt

Völlig unerwartet begegnete ich in der Bibliothek der Claremont School of Theology farbenfrohen, facettenreichen Bildern mit biblischen und spirituellen Motiven. Auf genau diese Bilder war ich schon vor längerer Zeit im Internet gestossen, ich hatte sie für Gottesdienste und Predigten verwendet. Nun stand ich überrascht vor den Originalen. Heute erhielten alle Interessierten „on campus“ eine persönliche Einführung durch den Künstler. Er erzählte nicht nur von seiner Kunst, vielmehr führte er in seine Gedankenwelt und in sein Leben ein. 58theburningofbush

Dr. He Qi ist Mathematiker und Künstler und lebt momentan hier in Claremont. Er zählt zu den fünf wichtigsten christlichen Malern des asiatischen Raumes. Die Mathematik hat He Qi  zum Hobby umfunktioniert und die Kunst zu seinem Beruf. Der Künstler ist in China, während der Kulturrevolution aufgewachsen. Seine Jugendzeit war geprägt von Gewalt, menschlichen Tragödien und Angst. In dieser turbulenten Zeit sah er bei seinem Lehrmeister, einem chinesischen Kunstprofessor, im Keller ein Marienbildnis mit Kind. He Qi war tief bewegt von der Ruhe und dem Frieden, welchen das Bild ausstrahlte. Mitten im gewaltvollen Alltag, dem auch sein Lehrer zum Opfer fiel, fand er darin ein Stück Frieden. Das Marienbildnis war der Startpunkt seiner spirituellen Reise.

He Qi

He Qi’s Kunst ist durch und durch geprägt von seiner Lebensgeschichte, seinem Suchen, seiner Sehnsucht nach Frieden und Freude. Die Kunst ist sein Weg, seiner Spiritualität Ausdruck zu verleihen. Dabei sind ihm folgende drei Punkte wichtig:

  1. Seine Kunst soll Frieden ausstrahlen, Frieden fördern und friedvoll sein.
  2. Mit seiner Kunst teilt er das “colorful word“ das ihm zum ersten Mal im Marienbildnis begegnet ist mit der Welt. Es soll den Menschen Freude bereiten.
  3. In seiner Kunst spiegelt sich seine Herkunft.  (So ist Jesus in seinen Darstellungen asiatisch stämmig)

He Qi’s kontextuelle, gewaltfreie und freudvolle Kunst regt wohl nicht nur hier vor Ort zu vielen gehaltvollen Diskussionen an.

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barfuss mit Theresa von Avila

Gemeinsam in aller Stille haben wir heute barfuss Gottesdienst gefeiert. Wir waren unterwegs, schweigend, den Boden und die Füsse spürend über Stein, durch Gras und durch Pfützen. Vom Boden getragen, von den Füssen gehalten. Jeder Schritt ein godthought, jeder Tritt eine Meditation. Wir meditierten die Worte Theresas: gewöhne dich daran, Gott ist immer bei dir. Gewöhne dich daran, wie der Boden da ist und trägt, so trägt auch Gott. Spüre im Gehen den Boden, spüre im Schritt Ruach, die heilige Geistkraft, stärkende, belebende Kraft. Gotteswahrnehmung über den Körper über die Sinne die Ruhe und Nähe schafft.  Als Abendmahl gab es draussen eine Fusswaschung, Dienst an der Anderen, Dienst an Gott und am Leben. Auch feiern gehört zum Gottesdienst, mit Lachen, ernsten Gesprächen, gutem Essen. Danke!